“We are not hippies, we are happies” – the famous graffiti of Valparaiso is describing the vibe of this city perfectly. Attracting hundreds of tourists each day it is a place you just have to visit once you are in Chile. Just a few hours away from the capital it is simply breathtaking. The whole city is covered in street art; the whole city is a fine piece of art itself. I could have walked through these streets for hours because I was so impressed by its unique character. Even the hostel I was staying in had completely adopted the valaparisian flair. With their walls painted in every color possible it was my favorite hostel right from the beginning. The patio on the rooftop also offered a spectacular view all over the city which I could enjoy every night. Sadly I couldn’t be in the city much longer than a few hours the first day. Just enough to take some pictures and enjoying a pizza while letting my eyes wander over this multicolored city.

Then I already had to leave for Viña del Mar which is the city next to Valparaiso, because I had a place to sleep there. The Family of a friend – so very convenient for me. Or at least I thought so. Looking back I wish I had stayed at my hostel. I drove to the city at night when it was already dark.  On the streets in Chile I always felt quite safe, but being all alone waiting in the dark corner of a bus station made me a bit uncomfortable. Spotting that I was foreign right away the bus driver then even put me in the front seat next to him, explaining that this would be safer for me. So maybe I had a reason to be worried. The neighborhood I was driving to was said to be one of the more unsafe ones, so while driving there all different kinds of scenarios came to my mind. I left the bus with a weird gut feeling, hoping to find my way as quickly as possible. I shouldn’t have been worried, because I got picked up at the station and everything turned out fine. But I promised myself not to travel to such an area during the night alone again. Who knows what could have happened if my gut feeling had been right.

The next day I had some time to discover Viña del Mar. At the coast I spend a few hours walking there with a friend, just admiring the view and the stunning scenery. It was a beautiful day, the sun was shining and a little breeze was coming from the sea reminding us it wasn’t quite summer yet. With the sea hitting the rocks at the shore, just walking along the long street of the coast was really calming me down and a great contrast to the busy city center of Santiago I’ve been to before.

Afterwards I even had the pleasure to be part of a Chilean English class for adults. My friend was there to show them what a real American accent sounds like – as he was from the States – and I could come along too. It really impressed me that people at the age of my grandparents were still learning English and still so motivated and eager to improve their language skills. People here don’t learn English really well and especially older people often just speak Spanish- so only their mother tongue. But with English being more and more widespread and more tourists coming to Valparaiso as well people want to be able to interact with them. After their regular class I was also talking to them – first in English then I had the pleasure to use my Spanish skills as well. I still remember an elderly gentleman who was coming up to me after class thanking me so much for my efforts and telling me I reminded him of his granddaughter. I enjoyed this English class so much that I was starting to consider getting into teaching as well. I love working with people, I speak multiple languages – what way better than financing my travels through teaching?

Going back to Valparaiso the next day I had the pleasure experiencing its beauty one time over again. From there I went on a wine tour in Casablanca. This trip was a bit expensive as I was trying to travel with a low budget (not very successfully) but definitely worth it. While biking through the wine yard we were hearing about the ancient tradition of wine making and the legacy of the family owning this yard. Tasting the first glass took place in the woods and then we drove our bikes back – little unstable and shaky, the wine was already doing its job. I even met an Austrian girl there who was the first Austrian I’ve met during my whole trip. If you meet someone from your country you instantly become best friends – and we were no exception. After a few glasses of wine we had the best time and even kept in touch after the visit. We might be a small country but it’s beautiful to see that we’re also spreading out all over the world.

 

 

German version

 

 

Kunst und Küste

“We are not hippies, we are happies” – das wohl berühmteste Graffiti in ganz Valparaisos, das den Charakter der Stadt perfekt beschreibt. Jeden Tag zieht sie hunderte Touristen an, die die kunterbunte Stadt ebenfalls bestaunen wollen. Sie scheint buchstäblich in einen Farbtopf gefallen zu sein. Jeder Winkel, jede Ecke ist bunt und fröhlich. Die gesamte Stadt ist ein einziges Kunstwerk. Durch die Straßen Valparaisos hätte ich bestimmt stundenlang wandern können. Gefesselt von dem einzigartigen Charme dieser Stadt konnte ich mich gar nicht sattsehen. So viele Farben, ich wusste gar nicht, wohin ich zuerst sehen sollte. Sogar mein Hostel hatte sich an den Flair Valparaisos angepasst. Alle Wände waren bunt, fröhlich und voller Kunstwerke. Von dem Dach konnte man die ganze Stadt überblicken und zusehen, wie die untergehende Sonne die Stadt in ein magisches Leuchten tauchte, wie sie die Farben noch ein letztes Mal erstrahlen ließ bevor sie hinter den vielen Häusern verschwand. Leider konnte ich hier nicht sehr lange verweilen, doch selbst in den paar Stunden, die ich hier verbringen durfte, hat diese Stadt bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dann ging die Reise bereits weiter nach Viña del Mar, dem Nachbarort Valparaisos, da ich hier eine Schlafmöglichkeit hatte. Die Familie einer Freundin – also durchaus ziemlich praktisch. Rückblickend hätte ich aber wohl doch eher in meinem Hostel bleiben sollen. Als ich mich nach Viña del Mar aufmachte, war es bereits dunkel. Auf den Straßen Chiles hatte ich mich immer recht sicher gefühlt, doch nun waren die Straßen wie ausgestorben. Ich wartete ganz alleine in der dunklen Ecke einer Bushaltestelle. Ständig sah ich mich zu allen Seiten um, wartete nervös, dass der Bus wohl endlich kommen möge. Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte mein Bus schließlich auf. Der Busfahrer sah mir wohl sofort an, dass ich nicht von hier war und meinte, ich solle mich neben ihn setzen, um sicherer zu sein. Vielleicht hatte ich also wirklich einen Grund, nervös zu sein. Als ich auch noch erfuhr, dass die Gegend, in die ich gerade fuhr eine der unsichereren Gegenden war, ging meine Fantasie natürlich sofort mit mir durch. Ich malte mir bereits alle möglichen schrecklichen Szenarien aus. Den Bus verließ ich mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, ich hoffte nur meinen Weg so schnell wie möglich zu finden. Da ich von der Haltestelle abgeholt wurde, hätte ich mir eigentlich keine Sorgen machen müssen, doch ich schwor mir, nie wieder alleine im Dunklen zu reisen. Wer weiß – mein Bauchgefühl hätte auch recht behalten können.

Am nächsten Tag hatte ich ein wenig Zeit, Viña del Mar zu entdecken. Ich verbrachte ein paar Stunden damit, die Küste mit einem Freund entlang zu spazieren und den bezaubernden Ausblick zu genießen. Felsen ragten aus dem Meer, die Wellen rauschten und zerschellten an den Klippen. Die Sonne wärmte unsere Gesichter und vom Meer aus kam eine leichte Brise, die uns erinnerte, dass der Sommer wohl doch noch nicht ganz hier war. Nur einige Bauarbeiter kreuzten unseren Weg, ansonsten war es ruhig. Die lange Promenade entlang des Meeres war ein riesiger Kontrast i zu dem Großstadtleben in Santiago das ich bis dahin gewohnt war. Doch die kühle Seeluft wirkte so entspannend, so beruhigend. Dies war wahrhaft der perfekte Ort, um dem Großstadtdschungel eine Weile zu entfliehen.

Danach nahm ich an einer Englischunterrichtsstunde für Erwachsene in Viña del Mar teil. Der Couchsurfing Host meines Freundes war nämlich Englischlehrer und wollte natürlich, dass wir seine Schüler kennenlernten. Wir beide sollten ihn einen Tag lang unterstützten, insbesondere mein Freund aus den USA, da seine Schüler unbedingt einmal einen echten amerikanischen Akzent hören sollten. Die Schüler waren bereits ältere Herrschaften, zwischen 50 und 80 waren hier alle dabei. Ich war begeistert, dass all diese Menschen trotz ihres hohen Alters noch voller Motivation eine neue Sprache lernten. In Viña del Mar nimmt der Tourismus immer mehr zu und die Menschen wollen sich mit den Reisenden verständigen können. Deswegen beschlossen nun auch zunehmend ältere Menschen, Englisch zu lernen. Eine Sprache, die sie zuvor nicht in der Schule gelernt hatten, also eine echte Herausforderung. Nach ihrem regulären Unterricht durften wir uns dann mit ihnen unterhalten. Zuerst auf Englisch, doch dann kamen auch meine Spanischkenntnisse zum Einsatz. Noch immer ist mir ein älterer Herr in Erinnerung, der nach der Stunde zu mir kam, mir aller herzlichst für mein Engagement dankte und meinte, ich würde ihn an seine Enkelin erinnern. In diesem Moment begann ich, selbst in Betracht zu ziehen eines Tages zu unterrichten. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, spreche einige Sprachen und besonders hier in Südamerika brauchen die Menschen dringend gute Englischlehrer. Dies wäre eine fantastische Möglichkeit, mir meine Reisen zu finanzieren.

Am nächsten Tag ging es auch schon wieder zurück nach Valparaíso, ich hatte also die Möglichkeit, diese Stadt noch einmal zu bestaunen. Von dort fuhren wir nach Casablanca, zu einer Weinverkostungstour. Diese Tour war eine der teureren Erlebnisse meiner Reise, doch sie war es auf alle Fälle wert. Während wir mit dem Rad im Weingarten herum radelten, erfuhren wir ein wenig mehr über die Jahrhunderte alte Tradition des Weinbaus und die Geschichte der Familie dieses Hofes. Unsere erste Verkostung fand mitten im Wald statt. Eine Weinflasche wurde hinter einem Baum hervor gezaubert und wir durften den ersten Wein verkosten. Dann ging es mit dem Fahrrad wieder zurück zum Hof – schon ein wenig wackeliger, doch wir hielten uns gut. Hier lernte ich sogar die erste Österreicherin im Ausland kennen. Und wie es auf Reisen so ist – triffst du jemanden aus deinem Land, so werdet ihr augenblicklich beste Freunde. Genauso war es auch bei uns. Während wir die anderen Weine verkosteten und die Runde schon ein wenig lockerer wurde  unterhielten wir uns prächtig und blieben sogar danach noch in Kontakt. Österreich mag vielleicht klein sein, doch es ist wunderschön zu sehen, dass auch wir bereits auf der ganzen Welt verteilt sind.

 

 

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